(FHS01)   [DE]   Frau Hitt

 

 

Frau Hitt – Eine Sage rund um Innsbruck

 

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In uralten Zeiten, als das Tal um Innsbruck noch von Riesen bewohnt wurde, lebte dort die Riesenkönigin Frau Hitt.

Sie herrschte über ein großes Reich von fruchtbaren Feldern und Wäldern.

Ihr Palast stand gerade an jener Stelle, wo unten im Tal später Innsbruck entstehen sollte.

Aber sie war hochmütig und hartherzig.

Alle ihre Untertanen fürchteten sie.

Als Frau Hitt eines Tages auf ihrem Pferd durch ihr Reich ritt, trat eine Bettlerin mit ihrem Kind an sie heran.

Die arme Frau flehte die Herrin an, ihr ein Stück Brot für ihr Kind zu geben.

Frau Hitt lachte hämisch, brach einen Stein aus dem Fels, und reichte ihn der Bettlerin als Brot.

Die Bettlerin ließ den Stein zu Boden fallen
und rief voller Zorn:

„Hart wie Stein ist dein Herz,
und zu Stein sollst du werden!“.

Da verfinsterte sich der Himmel,
es blitzte und donnerte.

Frau Hitt wollte ihr Ross anspornen,
doch versteinert blieb es stehen.

Ihr Antlitz wurde finster und bleich,
ihr Leib rauh, grau und hart.

Unter ihr reckten sich Felsen hervor und
hoben sie riesig bis in die einsamen Höhen hinauf.

Als sich der Himmel wieder aufklarte, war aus dem blühenden Reich der Riesenkönigin eine steinerne Wildnis geworden.

Der Fluch der Bettlerin hatte sich erfüllt:

Frau Hitt war in eine graue Felsgestalt verwandelt worden.

Mit etwas Fantasie kann man eine Reiterin auf einem Pferd erkennen.

Seit damals thront sie nun als steinernes Mahnmal für alle Zeit auf der Nordkette hoch über Innsbruck.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cc/FrauHitt_vm03.jpg/300px-FrauHitt_vm03.jpg

[ Frau Hitt – Foto: Wikipedia ]

Siehe Panoramabild Nordkette mit Frau Hitt

 

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